Wie die Helsinki Deklaration, welche die ethische Landschaft der klinischen Humanforschung grundlegend verändert hat, hat sich die Basler Deklaration zum Ziel gesetzt, dass in der biomedizinischen Forschung ethische Prinzipien, wie das der 3R, überall umgesetzt werden, wo Tiere zu Forschungszwecken eingesetzt werden. Die Unterzeichner der Basler Deklaration verpflichten sich zudem, alles zu unternehmen, um das Vertrauen in die tierexperimentelle biomedizinische Forschung zu stärken sowie transparent und offen über das sensible Thema der Tierversuche zu informieren. Am 5. Oktober 2011 wurde die «Basel Declaration Society» gegründet. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Akzeptanz der Basler Deklaration innerhalb und ausserhalb der Forschergemeinde zu fördern. Siehe Fotogalerie...

 

Medienmitteilungen

Zürich, 4. Juli 2017

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Brasilianische Forscherin gewinnt diesjährigen «Basel Declaration Award for Education in Animal Research»

Bereits zum sechsten Mal vergibt die Basel Declaration Society (BDS) ihren «Award for Education in Animal Research». Die diesjährige Preisträgerin ist Cilene Lino de Oliveira vom Department of Physiological Sciences Center of Biological Sciences der Universität Santa Catarina, Florianópolis, Brasilien. Die sympathische Brasilianerin unterrichtet an ihrer Universität den Kurs «Laboratory animals care and welfare» und erhofft sich durch den Kurs in der Schweiz noch mehr an internationaler Erfahrung gewinnen zu können, sodass sie ihre Studenten bestmöglich unterrichten kann.

Die BDS freut sich, mit der Auszeichnung von Cilene Lino de Oliveira eine engagierte und kommunikativ starke Wissenschaftlerin und Lehrkraft auszuzeichnen.
Auf Kosten der BDS wird die Preisträgerin an einem einwöchigen zertifizierten Kurs (EU Functions A, C, D and Modules 10, 20, 21) am Institut für Labortierkunde der Universität Zürich teilnehmen. In diesem Kurs lernen die Teilnehmer, wie die 3R Regeln in der täglichen Tierversuchspraxis zum Wohle der Versuchstiere umgesetzt werden.
3R bedeutet «Replace, Reduce, Refine». Unter «Replace» versteht man, dass Tierversuche, wenn möglich durch Alternativmethoden, z.B. Computersimulationen oder Zellkulturen ersetzt werden sollen. «Reduce» beschreibt den Vorgang, dass durch optimale Versuchsplanung, Forschende die Anzahl der Tiere pro Versuch auf das absolute Minimum reduzieren. «Refine» verlangt, dass die Versuchstiere so schonend wie möglich behandelt und bestmöglich gehalten werden, und zwar während ihres gesamten Lebens in der Zucht und auch während des gesamten Versuchs.

Cilene Lino de Oliveira wird sich weiterhin an ihrer Universität für die 3R Prinzipien und die Ethik im Umgang mit Tierversuchen aussprechen und einsetzten. Sie ist auch Ambassador von der «Basel Declaration Society» und setzt sich für die Einhaltung der Basel Declaration ein. «Hopefully, the experience in this course will improve my skills to train people who will conduct animal experiments in my Institute. Moreover, I expect to bring home the expertise needed to help consolidate the Education in Animal Research in my University».

 

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte:

Astrid Kugler
Basel Declaration Society
kugler@basel-declaration.org

 

 

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February 27, 2017

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Animals in experimental research in Europe are treated with care

A Europe-wide survey of institutes conducted by the Basel Declaration Society (BDS) has indicated that researchers using animals in their research treat them with due care. The survey polled a total of 755 researchers from 26 countries, and detailed analysis of the results indicates that there is a strong commitment among animal researchers across Europe to put into practice the principles of the 3Rs (Refine, Reduce, Replace)

What are the 3Rs?

Refine: The use of methods that alleviate or minimize potential pain, suffering or distress and enhance animal welfare for the animals used.

Reduce: The use of methods that enable researchers to obtain comparable levels of information from fewer animals, or to obtain more information from the same number of animals.

Replace: The use of methods that avoid or replace the use of animals in research, such as in vitro studies (in cell structures) and experiments simulated by means of computer models.

About the survey

Many researchers report that the breeding platforms in their institutions are designed to reduce the number of animals used. Improvements in the practice of animal husbandry frequently went beyond what was required by law.

The institutions attach great value to the training and continuing education of their personnel. This was clearly apparent from the responses, which showed that students are learning about the 3Rs at an ever-earlier stage in their career development. Only about 2% of respondents had never encountered the principle of the 3Rs.

This improvement in the education of young animal researchers has had a major positive impact on the planning and execution of animal experiments, which is an important Refinement. The survey also showed that the application of biostatistical methods is an effective way to both Refine and Reduce the number of animals used. During the experiments, it is essential for the well being of the animal that it is monitored and that criteria for the termination of an experiment are formulated beforehand. Three-quarters of respondents followed these practices.

Efforts in basic research to replace animal experimentation with methods such as in vitro cell and tissue cultures or computer simulations were reported to be less promising. This is a reflection of how extremely difficult it is to understand the complex functions of a three-dimensional organism with its many different cell types and substances without animal research. Computer simulations can only be used if a biological process is already well-described. Moreover, as is also the case with data from cell or tissue cultures, results from computer simulations have to be validated in the whole animal. Nonetheless, both computer simulations and in vitro methods with cell and tissue cultures are increasingly used.

More than half of the respondents found that Refinement has the most potential for improvement in animal research.

The full report on the survey is available on the Basel Declaration Society’s website http://www.basel-declaration.org/projects/3r-report/

For more information please contact:

Prof. Kevan Martin, Board member of the BDS
kevan@ini.uzh.ch
Phone: +41 44 635 30 52

Prof. Gregor Rainer, Board member of the BDS
gregor.rainer@unifr.ch
Phone: +41 26 300 86 89

 

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January 21, 2016

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Primaten in der Forschung - Weiterzug

Der Regierungsratsentscheid betr. die Versuche an nichtmenschlichen Primaten wird ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Damit wird einmal mehr biomedizinische Forschung in unverantwortlicher Weise behindert und ein international höchst erfolgreiches universitäres Institut des Kantons Zürich geschwächt. «Forschung für Leben» (FfL) befürchtet den Abzug sämtlicher Affenversuche ins Ausland..

Es war nicht anders zu erwarten: die drei Mitglieder der Tierversuchskommission des Kantons Zürich haben ihren Rekurs gegen Versuche mit drei Rhesusaffen, welche zu den nichtmenschlichen Primaten gehören, an der Universität Zürich ans Verwaltungsgericht weiter gezogen. Die grosse Mehrheit der Tierversuchskommission, das Veterinäramt und jüngst auch der Regierungsrat haben nach sorgfältiger Güterabwägung und aufgrund von fehlenden Alternativen die Versuche gut geheissen. Für FfL ist der Gang ans Verwaltungsgericht zwar zu erwarten gewesen, aber deshalb trotzdem nicht minder verantwortungslos. Das Institut für Neuroinformatik, an dem die Versuche stattfinden sollen, und der betroffene junge Forscher werden für weitere wertvolle Monate in ihrer Arbeit behindert. Das verzögert und behindert die biomedizinischen Forschung, kostet enorm viel Geld, und löst das Dilemma, in der sich die Forschung mit Primaten befindet, nicht. Im Gegenteil: weil diese Versuche für das medizinische Verständnis von neurologischen Vorgängen im Gehirn notwendig sind, befürchtet FfL, dass wegen des massiven Drucks von Seiten der Tierversuchsgegner, ein guter Teil oder die gesamte Forschung mit und an Affen ins Ausland verlegt wird und der Forschungsstandort Schweiz massiv an Bedeutung verliert. Dies ist unnötig, da die Auflagen für Versuche mit nichtmenschliche Primaten nirgendwo so streng und die Tiere so gut kontrolliert werden wie in der Schweiz. Durch ihre Sturheit retten die Tierschützer keinen einzigen Affen, da diese Versuche, welche für die biomedizinische Forschung absolut notwendig sind, dann einfach von Forschern in anderen Ländern durchgeführt werden. Und dort sind die Tiere massiv weniger geschützt und kontrolliert.

Immer wieder ruft FfL den Menschen in Erinnerung, dass Versuche an nichtmenschlichen Primaten bis heute dazu beigetragen haben, das Leben von Hundertausenden von Menschen zu retten. So ist die Liste der medizinischen Erfolge, bei denen nicht zuletzt Versuche mit Affen eine wesentliche Rolle gespielt haben, sehr lang: Dazu gehören unter anderem Impfungen gegen Kinderlähmung, Masern und Diphterie, die antivirale Therapie bei HIV, Immunsuppressionen nach Organtransplantation um Abstossungen zu verhindern, Bluttransfusionen und vieles mehr. Die schlimmen Epidemien des vergangenen Jahrhunderts sind aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Auch zum Beispiel die Kinderlähmungsepidemie, die bis in die 1950er-Jahren bei Tausenden von Kindern schwere Schäden verursacht hatte. Dies sind alles aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenkende Erfolge. Die Tierschützer sind jedoch der Meinung, dass in Zukunft die Schweiz von diesen medizinischen Fortschritten ausgeschlossen werden soll, da ihnen der Schutz der Tiere wichtiger als das Wohlergehen des Menschen ist - dagegen müssen wir Forscher, nicht zuletzt zum Wohle der Patienten, die auf Heilung hoffen, kämpfen.

Nirgends auf der Welt sind Tiere in Versuchen besser geschützt als in der Schweiz. Deshalb setzt sich FfL dafür ein, dass diese für den medizinischen Fortschritt unerlässlichen Versuche weiterhin in der Schweiz durchgeführt werden.

Für weitere Infos wenden Sie sich bitte an:

Prof. Rolf Zeller
Vizepräsident FfL und Präsident der Basel Declaration Society
zeller@basel-declaration.org
061 695 30 33
061 695 30 31 (Sekretariat)

 

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