Wie die Helsinki Deklaration, welche die ethische Landschaft der klinischen Humanforschung grundlegend verändert hat, hat sich die Basler Deklaration zum Ziel gesetzt, dass in der biomedizinischen Forschung ethische Prinzipien, wie das der 3R, überall umgesetzt werden, wo Tiere zu Forschungszwecken eingesetzt werden. Die Unterzeichner der Basler Deklaration verpflichten sich zudem, alles zu unternehmen, um das Vertrauen in die tierexperimentelle biomedizinische Forschung zu stärken sowie transparent und offen über das sensible Thema der Tierversuche zu informieren. Am 5. Oktober 2011 wurde die «Basel Declaration Society» gegründet. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Akzeptanz der Basler Deklaration innerhalb und ausserhalb der Forschergemeinde zu fördern. Siehe Fotogalerie...

 

Schweregrade

Positionspapier: Beurteilung der Belastung im Versuch - Schweregrade

Verabschiedet: Berlin, 17. Oktober 2011

Wir unterstützen die konsequente Anwendung von Systemen zur Klassifikation des Schweregrades, da sich damit die Auswirkungen wissenschaftlicher Verfahren auf die Gesundheit und das Wohlergehen von Versuchstieren besser erfassen lassen.

Eine genaue Klassifikation von tierexperimentellen Eingriffen nach deren Schweregrad ist ein essentielles Hilfsmittel zur Verbesserung der 3R-Prinzipien. Sie unterstützt bereits im Vorfeld bei der Festlegung möglicher Abbruchskriterien und bei der Bewertung eventueller Refinement Verbesserungen.

In Ländern, in denen die Anwendung von Systemen zur Klassifikation des Schweregrades noch nicht verpflichtend ist, empfehlen wir den Mitgliedern der Scientific Community, diese auf freiwilliger Basis anzuwenden. Wir schlagen die folgenden Eckpfeiler für ein System zur Einteilung des Schweregrades vor:

  • Wir empfehlen die praktische Anwendung einer Schweregradeinteilung, die auch eine Kategorie „ohne Schmerzen und ohne Leiden“ für das Tier beinhaltet. Wie alle Einteilungen sollte auch diese nur nach wissenschaftlich belegten Kriterien erfolgen.
  • Das Erreichen der gleichen regulatorischen Standards weltweit wäre höchst wünschenswert. Die Standards müssen transparent, d.h. Wissenschafts- und Evidenz-basiert sein und aus einem Peer-reviewten Verfahren heraus entwickelt werden.
  • Für alle Tiere, ob genetisch modifiziert oder nicht, müssen die gleichen Grundprinzipien zum ethischen Umgang mit Tieren gelten. Dazu gehören auch die 3R Prinzipien.

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