Wie die Helsinki Deklaration, welche die ethische Landschaft der klinischen Humanforschung grundlegend verändert hat, hat sich die Basler Deklaration zum Ziel gesetzt, dass in der biomedizinischen Forschung ethische Prinzipien, wie das der 3R, überall umgesetzt werden, wo Tiere zu Forschungszwecken eingesetzt werden. Die Unterzeichner der Basler Deklaration verpflichten sich zudem, alles zu unternehmen, um das Vertrauen in die tierexperimentelle biomedizinische Forschung zu stärken sowie transparent und offen über das sensible Thema der Tierversuche zu informieren. Am 5. Oktober 2011 wurde die «Basel Declaration Society» gegründet. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Akzeptanz der Basler Deklaration innerhalb und ausserhalb der Forschergemeinde zu fördern. Siehe Fotogalerie...

 

Die ethische, wissenschaftliche und rechtliche Stellung von Tieren

Zusammenfassung

  1. Der Würdebegriff im Tierschutzrecht ist aus der Konnotation mit der Menschenwürde zu lösen, weil die in der Rechtsordnung vogezeichneten Abgrenzungsprobleme (Beispiel: «gerechtfertigte» Eingriffe in die Würde der Kreatur, Art. 4 Abs. 2 TSchG) auf eine andere Weise nicht lösbar sind.
  2. Der Würdebegriff des Art. 120 BV muss sachbereichsbezogen ausgelegt werden.
  3. Keine Stufe der Forschung (Grundlagenforschung, angewandte Forschung) darf kategorial aus den zulässigen Tierversuchszwecken ausgeschlossen werden. Von der Schwierigkeit der Abgrenzung beider Stufen im Bereich medizinischer Forschung abgesehen, ist angewandte Forschung generell ohne Grundlagenforschung nicht denkbar. Grundlagenforschung ist kein Selbstzweck sondern Basis des Weiterdenkens. Andererseits rechtfertig die Rubrizierung als Grundlagenforschung noch nicht den Tiereinsatz. Die Unerlässichkeit muss ebenso nachgewiesen werden, wie eine Abwägungsentscheidung (Belastungen, Nutzen), welche nach Massgabe des Forschungsziels erforderlich ist.
  4. Die normative Vorgabe «evolutionär niedrigere Tiere» von «evolutionär höheren Tieren» zu unterscheiden, geht von einer wissenschaftlich problematischen Kategorienbildung aus. Solange aber diese normative Vorgabe gilt, ist zu beachten, dass sie nach Massgabe des Versuchszwecks anzuwenden ist und nach Massgabe der Tierbelastung (wie zum Beispiel bei einem evolutionär höher entwickelten Tier, wo die Belastung wegen dessen Trainierbarkeit geringer sein kann als bei einem evolutionär niedriger entwickelten Tier, das nicht gleichermassen trainierbar ist).
  5. Tierschutzrecht muss im Übrigen in solchen Fragen den Anschluss an die wissenschaftliche Forschung halten, damit die Subjektivismen in Grenzen bleiben.



Basel, 30 November 2010

Download