Wie die Helsinki Deklaration, welche die ethische Landschaft der klinischen Humanforschung grundlegend verändert hat, hat sich die Basler Deklaration zum Ziel gesetzt, dass in der biomedizinischen Forschung ethische Prinzipien, wie das der 3R, überall umgesetzt werden, wo Tiere zu Forschungszwecken eingesetzt werden. Die Unterzeichner der Basler Deklaration verpflichten sich zudem, alles zu unternehmen, um das Vertrauen in die tierexperimentelle biomedizinische Forschung zu stärken sowie transparent und offen über das sensible Thema der Tierversuche zu informieren. Am 5. Oktober 2011 wurde die «Basel Declaration Society» gegründet. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Akzeptanz der Basler Deklaration innerhalb und ausserhalb der Forschergemeinde zu fördern. Siehe Fotogalerie...

 

Fortschritte in der Human- und Veterinärmedizin durch Tierversuche

Tierversuchen kommt Schlüsselfunktion zu

Die moderne Medizin hat wesentlich von bahnbrechenden Entdeckungen der biologischen Grundlagenforschung und deren Umsetzung in der angewandten Forschung profitiert. Tierversuche sind dabei eine tragende Säule des biomedizinischen Fortschritts. Sie haben eine Schlüsselfunktion für die Entdeckung von Lebensvorgängen, die Aufklärung von Krankheiten, und die Entwicklung neuer medizinischer Verfahren für Mensch und Tier.

Die Bedeutung von Tierversuchen für die medizinische Entwicklung zeigt sich deutlich an den für Medizin und Physiologie verliehenen Nobelpreisen, bei denen in 75 von 98 Nobelpreisen Tierversuche direkt involviert waren. Beinahe jedes medizinische Verfahren hat eine lange Vorgeschichte an tierexperimenteller Forschung. Die Entdeckung von Insulin, Antibiotika, die Entwicklung von Impfstoffen, und vieler weiterer Medikamente wäre ohne Tierversuche nicht möglich gewesen. Dasselbe gilt für die moderne Diagnostik und Chirurgie. Nicht zuletzt kommen diese Erkenntnisse auch den Haus- und Nutztieren zugute.

Viele der im Tier gewonnen Ergebnisse sind auf den Menschen übertragbar

Die akuten und zukünftigen medizinischen Herausforderungen stellen große Anforderungen an die Wissenschaft. Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, neue Therapien zu entwickeln und Krankheiten zu verhindern müssen wir alle sinnvollen wissenschaftlichen Verfahren verwenden. Dabei setzen wir wo immer möglich Alternativmethoden ein, und nur wenn unabdingbar auch Tierversuche. Die Bedeutung der Tierversuche zeigt sich auch daran, dass viele – wenn auch nicht alle - im Tier gewonnenen Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind.

Innovative Grundlagenforschung zum Gewinn neuer Erkenntnisse und deren Umsetzung in der angewandten Forschung sind untrennbar miteinander verzahnt. Auf diese Weise wurden in jüngster Zeit neue Behandlungsmethoden für rheumatische Arthritis und Multiple Sklerose als auch verschiedenste Krebserkrankungen erfolgreich entwickelt. Die Erkrankungen des Nervensystems sind ein aktuelles Thema der internationalen biomedizinischen Forschung das auf Tierversuche angewiesen ist.

Anwendung des 3R-Prinzips

Bei Tierversuchen sind wir uns der Verantwortung gegenüber den Tieren bewusst. Wissenschaftler versuchen durch „Reduction, Refinement, Replacement“ (3R-Prinzip) die Verwendung und die Belastung von Tieren zu vermindern. Das Wohlergehen der Tiere liegt auch im Interesse einer best möglichen Qualität der Forschungsergebnisse. Basel, den 30. November 2010

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